Heute steht Slowenien auf dem Reiseplan. Aber bevor es losgeht, muss Junior noch schnell shoppen gehen.

Der Louis hat seit 09:00 geoeffnet. Junior ist um 09:05 hineingestuermt. Kaum 30min spaeter ist er wieder zurueck.

Der Laden ist leer gekauft. Um 09:37 schliessen sie fuer heute, weil sie erst einmal neue Ware bestellen und einraeumen muessen.

Dann wird geschraubt, gehaemmert und gesaegt. Als der Lenker endlich zu Boden faellt, sind wir fertig. Noch ein bisschen Panzer-Tape, und es kann los gehen. Der Vrsic-Pass wartet nicht. Deshalb fahren wir heute ein bisschen schneller. Am Ende werden wir ca 250km in etwa 8,5h schaffen. Das ergibt einen Schnitt von 43km/h. Hoert sich langsam an, war aber wirklich harte Arbeit.

Nach einer guten Stunde ist dann Schluss. Ein LKW und ein SUV haben sich in einer Kurve zwischen Fels und Leitplanke verkeilt.

Der SUV hatte die Kurve geschnitten und war mit dem LKW zusammengestossen. Es war kein Durchkommen, weder fuer Motorraeder noch Fahrradfahrer. Also schlagen wir unser Lager direkt vor Ort auf.

Nachdem Junior vom Feuerwehrmann seines Vertrauens die Information erhalten hat, dass die Vollsperrung mindestens 3h dauern wird, entscheiden wir uns, umzudrehen und eine Alternativstrecke durchs Unterholz zu nehmen. Ein ortskundiger (ansaessiger) Autofahrer beschreibt uns den Weg, warnt aber vor einer kleinen Holzbruecke, von der er nicht weiss, ob sie dem Gewicht unserer Mopeten standhalten wird. Voller Enthusiasmus verlassen wird die asphaltierte Strasse und fuehlen uns sofort eins mit der Natur. 3min spaeter stehen wir mitten im Wald und haben uns verfahren. Eine vierkoepfige Gruppe von Radfahrern, die wir eben noch auf dem SingleTrail ueberholt haben, bleibt unverhofft auf der Lichtung bei uns stehen. Die junge Frau beugt sich, nach Worten suchend, ueber ihren Lenker zu Muddi. Oh ha, jetzt gibt´s Aerger. Aber es kommt kein Ton aus ihrem Mund. Solange, bis Muddi kurz mit „Sag´s doch einfach“ auf deutsch nachhilft. Sie wollen auch den Unfall umfahren und kennen sich nicht aus, ob wir denn wohl den Weg kennen wuerden. Waehrend ich bei stetig steigenden Temperaturen in meiner Kombi im gleissenden Sonnenlicht auf der Lichtung stehe, faengt Muddi an mit Theresa aus Oesterreich herumzuflirten. Und das obwohl ihre Eltern und ihr Freund direkt daneben stehen. Am Ende einigt man sich auf einen gemeinsamen Weg. Wir fahren vor, die Radler hinterher.

Ueber Stock und Stein bzw. Schotter in besonderem Masse geht es den steilen Pfad wieder bergab. Nach ein paar Radfahrern, Wanderern und einigen Minuten auf dem SingleTrail kommen wir an die angekuendigte kleine Holzbruecke. Sie ist tatsaechlich klein, ca 80cm breit, 2m lang. Wir entscheiden uns, das Hindernis mit etwas Geschwindigkeit anzugehen, um damit das nicht unerhebliche Gewicht unserer MoFa zu kaschieren. Sie aechzt und knarrt sehr bedenklich. Ob nach uns noch jemand passieren koennen wird? Wir wissen es nicht. 5min spaeter erst einmal eine kurze Pause. Theresa und ihre Family nutzen diese Zeit, um zu uns aufzuschliessen und noch ein wenig zu plaudern.

Danach bekommt Junior von Muddi eine Einweisung zum Thema Offroad Fahren mit dem MotorFahrrad.

Sieht aus, als muesste Muddi …

Aber das ist das erste mal seit langem, dass Junior aufmerksam zuhoert.

Ich hab das alles schon mal gehoert und raeum lieber meinen Koffer auf.

Dann geht´s weiter. Und kurze Zeit spaeter treffen wir uns zum Familienrat, um die weitere Strecke zu diskutieren.

Meine Tanzdarbietung zum Thema „Der weitere Streckenverlauf und dessen Folgen“ wird ignoriert.

Muddi guckt demonstrativ in die falsche Richtung. Junior ist gar nicht anwesend. In der Folge verfahren wir uns natuerlich zum wiederholten Mal und finden uns nach kurzer Zeit im Gemuese wieder. Auf einer steilen Abfahrt hoert auf einmal die Strecke auf. Und wir stehen neben einem Stromhaeuschen. Die Welt ist zu Ende. Wir sind am Ende. Zum Glueck haben wir beim Enduro-Training aufgepasst und gelernt, dass man niemals allein Offroad fahren soll. Dieses Wissen zahlt sich jetzt aus. Waehrend Muddi ihre Mopete im hohen Gras hin und her wuchtet, geben Junior und ich tolle Ratschlaege. Klappt wunderbar. Das Enduro-Training hat wirklich was gebracht. Und haette Muddi auf uns gehoert, waere es noch viel einfacher gegangen.

Danach sind wir gut angeschwitzt. Jetzt noch mit Marinade einreiben. Und bis zur Ankunft im Hotel ist das Fleisch schoen zart. Bei 30 Grad Aussentemperatur schmoren wir im eigenen Saft. Das Wasser laeuft mir im Mund zusammen. Und trotzdem habe ich einen riesigen Durst. Mein Getraenkevorrat ist vollkommen erschoepft. So wie auch ich. In der Pause spenden Junior und Muddi mir ihre letzten Tropfen Wasser.

Junior ist auch am Ende und macht ein kleines Nickerchen.

Als wir ihn wieder aufheben wollen, scheint es, als ob schon ein paar Autos drueber gefahren sind. Aber die gute Nachricht: Der neue Anzeug hat keinen einzigen Kratzer.

Die H2O-Infusion fuer mich war leider wenig erfolgreich. Eine vollstaendige Ueberhitzung meines Systems ist die Folge. Es faellt mir schwer, zusammenhaengende Saetze zu formen. Also entscheidet die Navigationsbeauftrage, kurz vor dem Ziel noch eine Pause am Wasserloch einzulegen. Ich bin wieder wie neu.

Im Hotel angekommen, erfahre ich, dass wir zum Essen wandern muessen. Und zwar ganze 15min. Ich glaube, ich habe keinen Hunger mehr. Erinnerungen an Polen 2017 werden wach. Da waren´s nach ersten Meldungen auch nur ein paar Meter. Das Ergebnis spuere ich noch immer in meinen Beinen!

Der Weg zum Essen fuehrt oberhalb des Strands entlang. Der Kerl ist n-a-c-k-t !!! Nach diesem Anblick habe ich definitiv keinen Hunger mehr.

Aber ich gehe trotzdem mit. Zur Entschaedigung finden wir ein schoenes Restaurant.

Der Kellner empfiehlt Seeteufel. Muddi ist begeistert. Und bestellt Spaghetti.

Gute Nacht.

ATTN: Die Navigation wurde geaendert.

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VonVader