Rueckblende

[GESTERN]

Fruehstueck unter freiem Himmel.

Wir verlassen Lukomir und fahren heute nach Sarajevo. Das ist gar nicht weit entfernt. Aber wir fahren fast ausschliesslich Offroad. Das ist koerperlich sehr anstrengend. Temperaturen ueber 25° tun ihr Uebriges.

Gegen 11:00 haben wir den ersten Blick auf Sarajevo. In der Mitte kann man den Flughafen erkennen.

Kurze Zeit spaeter – die Zivilisation hat uns wieder – entdecken wir am Strassenrand einen Erfrischungsstand von Jungunternehmern. Ein paar Jungs bieten selbstgemachte Limonade an. Wir unterstuetzen das und bieten uns als Kunden an. Eine Win-Win-Situation. Wir sind erfrischt, die Jungs um ein paar Mark und eine tolle Geschichte fuer ihre Kumpels reicher.

Mit um 2° gesenkter Koerpertemperatur geht´s weiter in Richtung Airport. Unmittelbar neben dem Flughafengelaende ist ein unscheinbares Haus, das heute als Museum genutzt wird. Was nur wenige Touristen wissen, es hat eine traurige Vergangenheit. Direkt vor dem Haus ist waehrend des Krieges (1992-95) eine Moerser-Granate eingeschlagen und hat 9 Menschen getoetet. Die Loecher von den Splittern in der Hauswand sind mit roter Farbe markiert, genauso wie die Einschlagstelle. Diese rot markierte Stelle ist unsere erste „Sarajevo Rose“, die wir sehen. Sie markieren in der Stadt die Orte, an denen Menschen gestorben sind. Und in dem Haus, vor dem wir stehen war der Eingang zu einem Tunnelsystem, ueber das die Menschen in der belagerten Stadt versorgt wurden. Leider war das Museum geschlossen, da wir an Bajram, dem islamischen Opferfest angekommen sind. Und das ist hier ein Feiertag.

Nachdem wir schon am fruehen Nachmittag das Hotel bezogen und unsere Mopeten vom Gepaeck befreit haben, fahren wir zu ein paar „Lost Places“, Stellen in bzw. bei der Stadt, die vom Krieg zerstoert und nie wieder aufgebaut wurden. Eine davon ist die Bobbahn der Olympischen Winterspiele von 1984.


Quelle: Wikipedia Julian NyčaEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Muddi spielt noch mit Junior am Start der Bobbahn …

… bedenkt dabei aber leider nicht die Konsequenzen. Danach ist er ganz schoen platt.
Waehrenddessen geniesse ich das Panaroma von Sarajevo.

Waehrend Muddi sich recht schnell wieder erholt kaempfe ich fortwaehrend mit den hohen Temperaturen. 35° zeigt die Quecksilbersaeule.

Auf dem Weg zurueck ins Hotel zeigt uns Junior noch ein im Krieg zerstoertes Hotel.

Der Schock sitzt tief. Aber als wir uns in der alten Universitaetsbibliothek und ehemaligen Rathaus der Stadt eine Ausstellung ueber den Krieg ansehen, geht das noch viel weiter unter die Haut. Kaum vorzustellen, das Junior das hat mitmachen muessen.

Heute sieht das 2014 wiedereroeffnete Gebaeude sehr beeindruckend aus, vor allem bei Nacht. Aber waehrend des Krieges wurde es zusammen mit etwa 2 Millionen Buechern und Schriften abgefackelt.

In der Stadt kann man kaum einen Fuss vor den anderen setzen, ohne Geschichte zu erleben. An dieser Ecke wurde 1914 der Erste Weltkrieg ausgeloest, indem der Thronfolger von Oesterreich-Ungarn Erzherzog Ferdinand und seine Gemahlin Sophie Chotek erschossen wurden.


altes Haus im Zentrum von Sarajevo

 


3 alte Freunde in Sarajevo

 


Eingang zu mehreren Restaurants

 


Chinesen die Chinesen fotografieren

Auf diesem Bild fotografieren sie sich gegenseitg mal vor einer Moschee. Aber wir haben auch eine Gruppe erwischt, die sich einer nach dem anderen vor der Kunststofftuer einer gemeinen Apotheke haben ablichten lassen. Weder der Name noch daas Gebaeude waren geschichtstraechtig oder sonderlich schoen.

Gute Nacht!

ATTN: Die Navigation wurde geaendert.

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VonVader

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