Heute ist bestes Reisewetter angesagt, fuer klimatisierte 5-Sterne Reisebusse. Wir hingegen fiebern dem Tag auf andere Weise entgegen. Da unsere Kleidung nicht direkt mit dem Bikini verwandt ist, werden uns die Temperaturen wohl sehr zusetzen. Das Fruehstueck ist sehr reichhaltig. Die Baeuche sind bis zur 110%-Markierung gefuellt. Das stellt eine langsame und gleichmaessige Verbrennung im Verdauungstrakt sicher. Damit erhoehen wir die Differenz zur Aussentemperatur, was widerum zu einem gewissen Kaelteempfinden fuehrt bzw. fuehren soll. So zumindest unsere Theorie.

Wir treten vor die Tuer. Es ist 09:00 morgens. Das nach oben offene Quecksilber-Thermometer steht bei 30° Celcius. Trend: „steigend“. Unsere Theorie schmilzt dahin wie eine Kugel Eis auf heissem Asphalt.

Vor uns liegen ca 520km, davon 500km Autobahn. Das ist oede. Leider nicht nur das. Dazu ist es naemlich auch noch heiss. Die von der Autobahnmeisterei an den Schilderbruecken angebauten Thermometer ueberbieten sich gegenseitig. 33,9° ist die hoechste angezeigte Temperatur, staatlich geprueft sozusagen. Und hoch in doppelter Hinsicht, denn die Anzeigen sind in gut 5m Hoehe montiert. Und auf´m Berg ist´s ja bekanntlich kuehler.

Autobahn fahren, verkuerzt die Reisezeit und fuellt das Staatssaeckl. Wir muessen also ein Maut-Ticket ziehen und fahren durch die sengende Hitze der kroatischen Tiefebene in Richtung Zagreb. Als wir an der Bezahlstelle die Maut entrichten sollen, wird uns die Tragweite bosnischer Gastfreundschaft bewusst. Die Fahrzeugwaage identifiziert 2 von 3 Mopeten als Lastkraftwagen. Das bedeutet, dass wir genausoviel Geld bezahlen muessen, wie ein 40-Tonner.

Muddi und Junior schreiten zur Beschwerdestelle um Einspruch einzulegen. Ich warte derweil bei den Mopeten. Die Sonne brennt unerbittlich auf mich herab. Das ist unertraeglich. Von Schatten weit und breit keine Spur. Die Koerpertemperatur steigt auf 100° Fahrenheit. Ich fuehle mich wie ein weich gekochtes Fruehstuecksei. Zum Glueck kommen die beiden schon nach knapp 20min zurueck. Ich habe mich inzwischen wie Ruehrei in der Pfanne ueber den umliegenden Asphalt verteilt.

Die Weiterfahrt verheisst Besserung. Die tritt allerdings nicht ein. Es fuehlt sich an, als ob man mit offenem Mund vor einem Feuer steht und jemand zusaetzlich mit dem Heissluft-Foen direkt in unser Gesicht blaest. Der heisse Staub schmeckt nach Asphalt und Teer mit einer Note von Sommerreifen. Muddi schmeckt zwischendurch auch noch Reh, Dachs, Wildschwein und andere Leckereien heraus. Ab und zu schlaegt auch eine Fliege im Rachen ein, die sich ihre Steuerflaechen in der Hitze des Foens versengt und die Kontrolle verloren hat. Die Situation ist insgesamt eher unbefriedigend. Wir sind erschoepft. Pause tut Not.

Nach endlosen 09:14h kommen wir in Slowenien an und beziehen das gleiche Hotel wie im letzten Jahr. Die Dame an der Rezeption erkennt uns zum Glueck nicht. Damals hatten wir Zimmer #31. Das ist jetzt nicht mehr bewohnbar.

Archivbild

Deswegen sind wir heute in #34 untergebracht. Als wir die Zimmer betreten, ist das Spiel GER:HUN bereits im Gange. Nach kurzer Erfrischung setzen wir uns vor den Fernseher und schauen das Spiel zu Ende. Ich habe den besten Platz … in der ersten Reihe.

Ich tippe auf 2:0 fuer Deutschland. Und siehe da, meine Expertise ist zurueck. Mein guter Ruf als Fussballsachverstaendiger wiederhergestellt. Besser kann der Abend gar nicht beginnen. Muddi und Junior sind beeindruckt. Ich bin stolz … auf mich!

Als wir uns auf den Weg zum Essen machen, faellt auf, dass wird das gleiche Top anhaben. Wir sind kaum voneinander zu unterscheiden. Das wird gefeiert. Muddi ist verwirrt, macht aber auftragsgemaess ein schoenes Foto.

Aber vielleicht doch besser ein wenig dezenter. Sonst reisst noch irgendwo eine Naht auf.

Gute Nacht!

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VonVader

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