Die Insel

Was fuer eine wunderbare Nacht. Wie Babies werden wir sanft in den Schlaf gewiegt, oder doch gewogen? Das Schiff rollt leise von links nach rechts und wieder zurueck. Waehrend SU und SN um die Laengsachse schlingern, wird SB wie eine Blutkonserve um die Querachse rotiert. Er schlaeft naemlich quer zur Fahrrichtung, auf der Besuchercouch. Das fuehrt dazu, dass sowohl sein Kopf als auch die Fuesse, im stetigen Wechsel zwischen Flut und Ebbe, abwechselnd mit Blutleere und -schwemme zu kaempfen haben. Der vermeintliche Luxus eines Einzelbetts wird zur lebensgefaehrlichen Falle. Ausserdem hat SU die Commodore Suite auf der falschen Seite gebucht.

Ab ca 04:00 morgens scheint mir die Sonne direkt ins Gesicht. Und das, obwohl ich noch nicht mal auf der Fensterseite liege. Dort schnorchelt SU genuesslich im Schatten der hohen Bordwand unterhalb der hohen Fensterbretter und bekommt nichts vom gleissenden Licht der Sonnenstuerme mit, die mich unbarmherzig aus dem Schlaf reissen.

Dafuer werde ich mit diesem Anblick entschaedigt. Die Kinder schlafen noch und sind endlich mal ruhig. Kein Zeter, kein Mordio! Leise schleiche ich mich unter die Dusche und leere langsam den Frischwassertank. Die Jungs werden wohl mit Salzwasser Zaehne putzen muessen. Danach geht‘s ab zum Fruehstueck. Die Gaenge sind noch menschenleer.

Das Fruehstueck wird sich gleich als wichtigste Mahlzeit des Tages herausstellen. Denn SU fuehrt mich auf der Suche nach unseren Motorraedern auf einer schier endlosen Odyssee ueber mehrere 100 Hoehenmeter, hoch und runter, viele Male vom Bug zum Heck des Schiffes und wieder zurueck, um dann auf Deck 8 mit vollem Gepaeck, haengender Zunge und Schweissraendern unter den Armen durch den Essenssaal zu marschieren. Erreicht haben wir damit nichts. Gar nichts! Wir landen naemlich am Treppenhaus in Level 8, nur circa 10m von unserer Kabine entfernt. Der Wunsch, sich schnell noch mal auf das frisch gemachte Bett zu legen, wird zur fixen Idee.

Ja, wir haben die Betten gemacht, auch wenn SU rumgenoergelt und SB sich mit diesem Foto spaeter darueber lustig gemacht hat. Ordnung muss sein.

Eine Ewigkeit spaeter sind wir an unseren Mopeten, schweisueberstroemt. Aber gluecklich. Die Maschinen werden abgeleint.

Und ich sortier schnell noch mal um, da mir die Startreihenfolge so nicht wirklich gefaellt.

Derweil laesst SB ein Parkdeck ueber uns die beruechtigte AEquatortaufe ueber sich ergehen und trinkt bei einer Runde Bingo Bruederschaft mit den Berserkern, von denen wenigstens einer mit Kruecke zum Motorrad gehumpelt kommt. Bei der Gelegenheit erfaehrt er, dass das MoFa Baujahr 1943 ist und aus WWII Bestaenden ist. Lag ich also gar nicht so verkehrt.

Erwartungsgemaess verlassen SU und SN die Faehre als erste und muessen … warten. Das gibt Gelegenheit fuer eine erste Inspektion englischen Rasens.

Toll.

Das Wetter ist super. Und nur 3h spaeter rollt unser Kollege heran, nachdem wir schon Freundschaft mit allen anderen Faehrgaesten geschlossen haben, die uns beim Verlassen des Hafengelaendes mitleidig zugewunken haben.. Kurz nochmal die Rundenzeiten fuer heute festgelegt und das Verhalten im Kreisverkehr diskutiert, und schon kann‘s losgehen. 500m, erster Stau. Super. Egal, bis zum naechsten Kreisverkehr stehen wir uns vorwaerts. Und weiter geht‘s. Naechster Kreisverkehr links raus. Komisch, Norden waere rechts gewesen. Der nette Schrankenwaerter an der Mautstation ist so nett, uns einen Schleichweg zu zeigen und die Schranke zu oeffnen. Aber jetzt. ??? Dejavu, in diesem Stau waren wir doch gerade. Aber die Statisten wurden zum Glueck ausgetauscht. Klasse. Das gibt Abwechslung. Und wir koennen noch mal Kreisverkehr ueben.

Unser erstes Schloss. Obwohl hier niemand wohnt, verzichten wir aufgrund der hohen zu erwartenden Heizkosten auf den Erwerb und fahren nach kurzer Pause weiter.

Doch auch das zweite kann nicht restlos ueberzeugen, obwohl Parkplatz am Haus ist und die Aussicht wirklich nichts zu wuenschen uebrig laesst.

Auf dem Weg zum Mittagessen teilen wir das Meer und fahren trockenen Fusses durch die sonst ueberspuelte Strasse. Da wir leider nur ein begrenztes und nicht nach hinten verlaengerbares Zeitfenster fuer die Rueckkehr haben, entscheiden wir uns fuer eine Nahrungsaufnahme mit Rueckkehroption.

Um 15:30 wird die Strasse nicht mehr da sein. Aber bis dahin geniessen wird die Fahrt ueber den Strand!

Naechster Halt, ein kleines idyllisches Fischerdorf mit Hafen. Wir nehmen uns die Zeit fuer einen Kaffee und einen Tauchgang.

SN findet auch sofort ein tolles Motiv, das ihn nicht mehr loslaesst.

Und er muss der Sache natuerlich auf den Grund gehen. In dem Aufzug gar kein Problem.

Na, was gefunden??? Noe, natuerlich nicht. Hatte ja den Helm nicht auf!

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