How to make friends

SU ist gluecklich. Heute war ein toller Tag fuer ihn. Dazu spaeter mehr.

Waehrend ich gestern bis spaet in die Nacht an meinem Blogeintrag arbeite, um ihn noch rechtzeitig vor Drucklegung fertigzustellen, hoere ich Stimmen im Nachbarzimmer. Als ich vor Erschoepfung ueber meinem noch nicht korrekturgelesenen Artikel einschlafe, hoere ich sie immernoch. Am Morgen beim Aufwachen sind die Stimmen weg. Aber leider nur einen kurzen Moment. In mir reift die Erkenntnis, dass nebenan mindestens 35 Asiatinnen in einem Zimmer einquartiert sind. Keine einzige Maennerstimme ist zu hoeren. Fehlt nur noch die typische China-Restaurant-Musik. Ich hoffe, es handelt sich nicht um die Reisegruppe aus Taiwan.

Wir schleppen unser Gepaeck zum Motorrad. Im Park zwischen den Baeumen huschen lauter kleine Chinesen hin und her. Wir befestigen unser Gepaeck am Motorrad. Die Chinesen haben uns entdeckt. SU taucht ab, um sich zu verstecken und seinen Reifen aufzupumpen. Ein Aufschrei, ein Paerchen loest sich aus der Gruppe und naehert sich neugierig aber Desinteresse spielend. Die hohen Laute, die das Weibchen von sich gibt, verraten den Zustand hoechster Erregung. Das Maennchen wird vehement dazu aufgefordert, Kontakt aufzunehmen. Bestaetigt wird das durch vorsichtiges Vorstossen und beschwichtigende Handgesten, begleitet von tiefem Glucksen. Zur Kontaktaufnahme waehlt das Maennchen den kompetentesten Anwesenden aus und naehert sich weiter. Das Weibchen bleibt in sicherer Entfernung in einer Linie hinter ihm stehen, so dass sie von meiner Position aus nicht sichtbar ist. Ich lasse mich „an-zeichensprechen“. Aus unerkenntlichen Gruenden scheint das Interesse an SU’s MoFa allerdings groesser zu sein als an meinem Motorrad. Seine Chance, die er aber weder erkennt noch wahrnimmt. Also stelle ich den Kontakt her. Das Weibchen schliesst ihn sofort in ihr Mutterherz und beginnt, sich um das Kleine zu kuemmern. Sie zeigt Bilder von zu Hause, darunter auch die Chinesische Mauer. Sie erklaert ihm, dass die Mauer vom Mond aus mit blossem Auge zu erkennen ist. Aber das versteht er leider nicht.

Gequaelt laechelt er in die Kamera. Er ist den Medienrummel nicht gewoehnt. Wie auch? Unter lautem Gegacker verlassen wir den Nistplatz der Asiatinnen.

Fruehstueck am See in Vyborg, Russland. Keine Asiaten in Sicht.Die Strasse empfaengt uns mit offenen Schlagloechern. Es wird immer schlimmer. On Road wird zu Offroad. Unsere Fahrwerke aechzen. Die Grenzen verschwimmen. Das allerdings sehen die Russischen Grenzstreitkraefte naturgemaess etwas anders. Fuer heute haben wir uns vorgenommen, mal nicht aufzufallen. Wir schaffen das anfaenglich auch ganz gut. Aber nach 5min kommt ein junger Mann, Mitte 30. Er spricht fliessend Russisch, ist Russe mit finnischem Pass und gibt uns Tipps, wie wir uns vordraengeln koennnen. Er srpicht sehr gut Englisch und ist Harley-Fahrer. Trotzdem bietet er uns Hilfe an, falls wir mal nach Moskau fahren sollten. Die Kontrolle der MoFas verlaeuft problemlos.
Nicht so in Finnland. Da bekomme ich am „Bahnwaerter-Haeuschen“ zur Begruessumg direkt einen Anpfiff. Ich soll sofort meinen Helm abnehem. Komisch, SU hat seinen noch am Kopf.

Kurz darauf finden wir auf dem Parkplatz eines Gueterhafens einen kleinen Imbiss. Beim Bestellvorgang finden wir zufaellig heraus, dass sie Russin ist. Englisch spricht sie leider nicht. Also leg ich mich ins Zeug und sichere unser Ueberleben. Was wuerde er bloss ohne mich machen. Nach ein wenig Small Talk, strecken wir die Fuesse aus und geniessen die Show der lokalen Motorradfahrschule: Fahruebungen fuer Anfaenger auf dem Roller.

Der Rest des Tages besteht aus Fahren und Essen. Nach 12:30h sind wir in Helsinki angekommen. Allerdings hatten wir heute reichlich Pausen eingebaut und sind ein paar Detours gefahren.

Damit muss ich fuer heute leider Schluss machen. Ich schlafe immer wieder beim Schreiben ein. Es ist schon wieder Mitternacht.

Gute Nacht!

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